Kunststoff & Umwelt

17. Mai 2017 · 4 Min. Lesezeit

Wie Verpackungen aus Kunststoff helfen, Food Waste zu verringern

In Europa werden jedes Jahr 88 Millionen Tonnen Nahrungsmittel weggeworfen weil sie verdorben oder abgelaufen sind. Welche Rolle spielen Kunststoffverpackungen dabei? Die österreichische Organisation denkstatt – sustainable thinking – hat diese Frage 2014 untersucht.

Verringert Kunststoffverpackung Lebensmittelabfall?

Ja, messbar. In Europa werden jährlich 88 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Schutzverpackung verlängert die Haltbarkeit deutlich; die Klimalast des verdorbenen Lebensmittels übersteigt die der Verpackung in aller Regel um ein Mehrfaches.

In Europa werden jedes Jahr 88 Millionen Tonnen Nahrungsmittel weggeworfen[1] weil sie verdorben oder abgelaufen sind.

Welche Rolle spielen Kunststoffverpackungen dabei? Die österreichische Organisation denkstatt – sustainable thinking – hat diese Frage 2014 untersucht[2].

In verschiedenen europäischen Städten wurden Läden eröffnet, welche verpackungsloses Einkaufen propagieren und damit der Nachhaltigkeit dienen wollen. Wenn ich in solchen Läden einkaufen will muss ich die Verpackung selber mitbringen. Da es sich um eine Mehrwegverpackung handeln wird, muss diese bei jedem erneuten Gebrauch gewaschen werden. Waschvorgänge verbrauchen auch Ressourcen (Warmwasser, Tenside). Das muss bei solchen Konzepten korrekterweise eingerechnet werden. Zudem verringert sich im Fall von Lebensmitten die Haltbarkeit, mit ungünstigen Auswirkungen aus die CO₂ Bilanz.

Verpackungen helfen, dass Lebensmittel länger haltbar bleiben. Sie schützen Lebensmittel vor Feuchtigkeit und Sauerstoff, optimieren den Temperatur- und Feuchtigkeitshaushalt. Viele Verpackungen bieten eine Schutzatmosphäre. Alle diese Effekte verlängern die Haltbarkeit. Die Studie der denkstatt GmbH zeigt dabei auf, wieviel Food Waste eingespart werden kann. Hier ein paar Beispiele:

Steak 330 gIn Tray mit Folie, 34% AbfallIn Verbundfolie verpackt, 18% Abfall
«Bergbaron Käse»Offenverkauf Theke, 5% AbfallVerpackt auf Kunststofftray und foliert, 0.14% Abfall
Salatgurke 350 gOffenverkauf, 9.4% AbfallIn PE Folie verpackt, 4.6% Abfall
Brot 400 gIn Papierbeutel mit Kunststoff-Sichtstreifen, 11% AbfallIn orientierter PP Folie verpackt, 0.8% Abfall

Dabei berücksichtigt denkstatt die Produktion, den Transport, die Gebrauchsphase und die Abfallverwertung von Verpackung und Lebensmittel.

Beim Steak beispielsweise erhöht sich die Haltbarkeit (Shelf Life) von 6 auf 16 Tage. Und das Gewicht der Verpackung reduziert sich von 31 g auf 19 g. Denkstatt berechnet in diesem Beispiel eine CO₂ Einsparung von 2100 g aus weniger Food Waste und 6 g aus dem verringerten Verpackungsgewicht.

Beim Brot schliesslich ermittelt denkstatt eine CO₂ Einsparung von 136 g aus weniger Food Waste und 12 g aus dem geringeren Verpackungsgewicht.

Bekannt ist auch der Trick, die Endstücke der Bananen mit Frischhaltefolie zu umwickeln. Dadurch kann die Banane weniger Ethen – ein Reifegas – abgeben und bleibt länger frisch.

Selbst in Fällen wo infolge besserer Schutzfunktion das Gewicht der Verpackung zunimmt, übertrifft die CO₂ Einsparung aus wegfallendem Food Waste das zusätzliche bei der Verbrennung generierte CO₂ bei weitem.

**Kunststoffverpackungen helfen also den CO₂ Fussabdruck zu verringern und leisten einen positiven Umweltbeitrag. **

Siehe dazu auch den kurzen Film der Industrievereinigungen:

https://sicherverpackt.de/

Quellen

  • [1] Studie «Estimates of European food waste levels.» im Auftrag der EU Kommission im Rahmen des EU Projektes FUSIONS
  • [2] Studie «How Packaging Contributes to Food Waste Prevention», denkstatt GmbH, Wien

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